Rheingold 4. Szene 3

Wotan wendet sich zürnend zur Seite. Die Bühne hat sich von neuem verfinstert; aus der Felskluft zur Seite bricht ein bläulicher Schein hervor: in ihm wird plötzlich Erda sichtbar, die bis zu halber Leibeshöhe aus der Tiefe aufsteigt; sie ist von edler Gestalt, weithin von schwarzem Haar umwallt.Ring
Erda


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Erda die Hand mahnend gegen Wotan ausstreckend
Weiche, Wotan! Weiche!
Flieh’ des Ringes Fluch!
Rettungslos dunklem Verderben
weiht dich sein Gewinn.

WotanWer bist du, mahnendes Weib?

ErdaWie alles war – weiß ich;Erda8
wie alles wird, wie alles sein wird,8
seh’ ich auch, –8
der ew’gen Welt Ur-Wala,8
Erda, mahnt deinen Mut.8
Drei der Töchter,Natur48
ur-erschaff’ne, gebar mein Schoß;48
was ich sehe, sagen dir nächtlich die Nornen.Erda48
Doch höchste Gefahr führt mich heut’Nibelungenhass51
selbst zu dir her.51
Höre! Höre! Höre!Wehe99
Alles was ist, endet.Erda8
Ein düst’rer Tag dämmert den Göttern:Götterdämmerung22
dir rat’ ich, meide den Ring!Ring59
sie versinkt langsam bis an die Brust, während der bläuliche Schein zu dunkeln beginnt

WotanGeheimnis-hehrErda8
hallt mir dein Wort:8
weile, daß mehr ich wisse!

8
Erda im Versinken8
Ich warnte dich; du weißt genug:8
sinn’ in Sorg’ und Furcht!8
sie verschwindet gänzlich

WotanSoll ich sorgen und fürchten,
dich muß ich fassen, alles erfahren!
er will der Verschwindenden in die Kluft nach, um sie zu halten. Froh und Fricka werfen sich ihm entgegen und halten ihn zurück

FrickaWas willst du, Wütender?

FrohHalt’ ein, Wotan!
Scheue die Edle, achte ihr Wort!Erda8
Wotan starrt sinnend vor sich hin