Rienzi 3. Aufzug 2

Nr. 9. Szene und Arie
Adriano tritt auf
Gerechter Gott, so ist’s entschieden schon!
Nach Waffen schreit das Volk; kein Traum ist’s mehr!
O Erde, nimm mich Jammervollen auf!
Wo gibt’s ein Schicksal, das dem meinen gleicht?
Wer ließ mich dir verfallen, finstre Macht?
Rienzi, Unheilvoller, welch ein Los
beschwurst du auf dies unglücksel’ge Haupt!
Wohin wend’ ich die irren Schritte?
Wohin das Schwert, des Ritters Zier?
Wend’ ich’s auf dich, Irenens Bruder?
Zieh’ ich’s auf meines Vaters Haupt?
Er läßt sich erschöpft am Fuß einer umgestürzten Säule nieder.
In seiner Blüte bleicht mein Leben,
dahin ist all mein Rittertum;
der Taten Hoffnung ist verloren,
mein Haupt krönt nimmer Glück und Ruhm.
Mit trübem Flor umhüllet sich
mein Stern im ersten Jugendglanz;
durch düstre Gluten dringet selbst
der schönsten Liebe Strahl ins Herz.
Wo war ich? Ha, wo bin ich jetzt?
Die Glocke, Gott, es wird zu spät!
Was nun beginnen? – Ha, nur eins!
Hinaus zum Vater will ich fliehn!
Versöhnung glückt vielleicht dem Sohne!
Er muß mich hören, denn sein Knie
umfassend sterbe willig ich!
Auch der Tribun wird milde sein;
in Frieden wandl’ ich glühnden Haß!
auf die Knie sinkend
Du Gnadengott, zu dir fleh’ ich,
der Lieb’ in jeder Brust entflammt!
Mit Kraft und Segen waffne mich,
Versöhnung sei mein heilig Amt!
Er eilt ab.